Die meisten Vergleiche stellen die Guthaben nebeneinander und küren die Karte mit der größeren Summe. Das führt in die Irre, weil die Jahresgebühr ungleich stärker steigt als die Guthaben. Entscheidend ist die Differenz, und dort dreht sich das Bild.
✓ markiert, wo eine Karte tatsächlich im Vorteil ist, nicht nur die größere Zahl hat.
| Amex Platinum | Amex Gold | |
|---|---|---|
| Jahresgebühr | 720 € | 240 € |
| Die Gold kostet ein Drittel. | ||
| Feste Guthaben pro Jahr | 650 € | 430 € |
| Absolut mehr, aber sieh die nächste Zeile: gegen die Gebühr gerechnet dreht sich das. | ||
| Guthaben minus Gebühr | -70 € | +190 € |
| Die entscheidende Zeile. Die Gold ist rechnerisch im Plus, bevor irgendetwas anderes zählt. | ||
| Lounge-Zugang | Priority Pass und Centurion Lounges, unbegrenzt | kein Zugang, nur vergünstigter Priority Pass |
| Der eigentliche Grund für die Platinum. Ohne Lounge-Nutzung fällt ihr Hauptargument weg. | ||
| Willkommensbonus | bis zu 85.000 Punkte | bis zu 50.000 Punkte |
| Beide gestuft über 6 Monate, die Platinum verlangt deutlich mehr Umsatz. | ||
| Benötigter Umsatz für den vollen Bonus | 10.000 € | 5.000 € |
| Bei 10.000 € in sechs Monaten scheitern die meisten, nicht am Willen. | ||
| Hotel-Status | 9 Programme | 4 Programme |
| Hilton Gold, Marriott Gold und weitere. Wert nur, wenn du in diesen Ketten übernachtest. | ||
| Benefits insgesamt | 26 | 17 |
| Kein Vorteil an sich: mehr Positionen bedeutet auch mehr Fristen, an die man denken muss. | ||
Die Rechnung, auf die es ankommt
Die Gold kostet 240 € und bringt 430 € an festen Guthaben mit. Sie ist damit 190 € im Plus, bevor Punkte, Versicherungen oder Status überhaupt gezählt werden.
Die Platinum kostet 720 € bei 650 € Guthaben, liegt also zunächst 70 € im Minus. Gegenüber der Gold muss sie damit rund 260 € aufholen, allein aus Lounge-Zugang, Hotelstatus und Versicherungen.
Setzt man einen Lounge-Besuch mit 30 € an, entspricht das etwa acht bis neun Reisen mit Lounge-Nutzung pro Jahr. Das ist die ganze Entscheidung, in einer Zahl.
Wo beide Vergleiche schiefgehen
Der erste Fehler ist die Maximalrechnung. Guthaben, die man nicht abruft, sind kein Geld. Ein SIXT+ Guthaben von 240 € zählt nur, wenn man ein Auto-Abo hat. Wer das nicht hat, darf es nicht mitrechnen, egal was in der Werbung steht.
Der zweite Fehler ist die Anekdote. „Ich kam im ersten Jahr 200 Euro ins Plus“ ist eine Erfahrung, keine Grundlage. Sie sagt etwas über das Reiseverhalten des Autors, nicht über deines.
Deshalb steht hier keine Empfehlung, sondern ein Rechner, in dem du abhakst, was du selbst einlösen würdest.
Kurz gesagt
- Amex Gold, wenn du selten oder in Business fliegst und die Mobilitätsguthaben (SIXT, FREENOW) tatsächlich nutzt. Sie trägt sich dann von allein.
- Amex Platinum, wenn du regelmäßig Economy fliegst und die Lounge wirklich betrittst. Ab etwa acht Reisen im Jahr dreht die Rechnung.
- Keine von beiden, wenn du keine der Guthaben-Kategorien nutzt. Dann zahlst du eine Gebühr für Vorteile, die du nicht abrufst.
Stand der Konditionen: 22. August 2026, Quelle: offizielle Angaben von American Express Deutschland. Alle Angaben ohne Gewähr; verbindlich sind allein die Bedingungen von American Express. Dieselben Daten nutzt auch die Perqie-App als Benefit-Katalog. Ausführlich je Karte: Amex Platinum und Amex Gold.